Depressionsblicke

Ein Leben mit Depressionen führt unweigerlich zu Wahrnehmungsverzerrung und Gedanken, die andere (gesunde) Menschen in dieser Form nicht kennen. „Traurig sein“ ist eine unzureichende Beschreibung für die Sichtweise, die man als Mensch mit Depressionen haben kann.

Hier sind einige Beispiele …

#06 | Manchmal bin ich das Teelicht, das schon leuchtet.
Öfter aber bin ich das Teelicht, das jemand erst anzünden muss.

#05 | Ich bin noch nie unbeschwert, sorgenlos, ‚einfach nur glücklich‘ oder mit nichts ausser Vorfreude auf den Tag aufgestanden.
Ich habe gelernt, trotzdem aufzustehen, um dem Tag zu begegnen – aber im Grunde habe ich jeden Tag Angst, dass es kippt.

#04 | Ich kenne verschiedene Phasen von Depressionen (oder auch Ausprägungen).
Eine davon fühlt sich an wie eine lauernde Katze, die kurz davor ist aus dem Dickicht zu springen um Beute zu fangen … aber es nicht tut.
Sie könnte … aber kann nicht.

#03 | Ich kenne meine Themen, meine Aufgaben und meine To-Do-Listen. Es sind größtenteils Dinge, die normalerweise machbar sind, von denen ich weiß, dass ich sie bewerkstelligen kann.
Manchmal geht es aber einfach nicht.
Einfachste Dinge werden zu unerklimmbaren Bergen.

#02 | Da gibt es diese Momente, die sich anfühlen, als stünde man vor einem großen, breiten Spalt, noch nicht bereit diesen zu überwinden, weil man abstürzen könnte.
Oft kehrt man dann um und ärgert sich darüber.

#01 | Depressionen zu haben kann zu Denkmustern führen wie:
„Es interessiert niemanden, ob ich noch da bin.“
„Es fällt ohnehin nicht auf, wenn ich mal weg bin.“
„Es spielt einfach alles keine Rolle mehr, auch nicht das, was ich so mache.“

sk