Das Problem mit der Lücke oder: Das Universum kann hellsehen.

Sollte jemand an dieser Stelle einen astronomisch gefärbten Beitrag erwarten (oder erwünschen), so muss ich leider zumindest diesbezüglich eine Absage aussprechen. Sonne, Mond und Sterne machen wir ein anderes Mal – und auch das mit den Tarot-Karten heben wir uns für einen zukünftigen, deutungsschwangerereren Moment auf. Interessanterweise werde ich wohl aus beiden Astro-Lagern den einen oder anderen Kopfschüttler ernten, aber das ist sowohl zu erwarten, als auch zu verschmerzen.

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Die Last der unaussprechlichen Trauer. (Teil 5)

Lieber Leser:innen, dieser Beitrag ist Teil 5 der Themenreihe Schienensuizid.
Der vorhergehende Beitrag ist folgender: Wenn die Welt still steht. (Teil 4)

Ich ertappe mich ab dem Tag, als mein Bruder seinen Lebensatem aufgab, mehr und mehr dabei, wie ich meinen Atem anhalte, um der schmerzvollen Wellen zu begegnen, die immer wieder heranrollen. Es heißt nicht umsonst Lebensatem, denn ich gerate in eine Spirale aus wegdrücken, Leben-Anhalten, kämpfen und portionsweiser Akzeptanz dessen, was geschehen ist. Welch‘ entlarvende Erkenntnis, dass durch völlige Verzweifelung ein Mensch sein Leben loslässt und ich es dadurch (trotzdem) nicht schaffe, meine Blockaden zu durchbrechen. Ebenso ist es mir unverständlich, warum ein so ausserordentliches Erlebnis das Bollwerk nicht zum Einsturz bringt – welche Kräfte halten alles zusammen? Wie muss man dem Begegnen? Ist es eine Typfrage? Also eine charakterliche Eigenschaft, ähnlich eines sortierten Kartenblattes, welches man auf die Hand bekommt, mit dem man nicht jede erdenkliche Gewinnerstraße auslegen kann? Oder liegt dem ein unbändiger Lebenswille zugrunde?

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Bauend zur Entspannung: Wir beginnen ein Lego-Klemmbaustein-Jurassic-Park-Projekt!

Eine der größten Handbremsen im Leben ist ein Giftcocktail aus Perfektionismus, Neid, Pessimismus und der bekanntesten Zutat: Selbstzweifel! Damit wir diesen Cocktail nicht trinken müssen, bedarf es Alternativen und zwar wahrhaft wohlschmeckender und natürlich bekömmlicher Trunke. Den Perfektionismus werde ich damit kaum los, doch warum nenne ich ihn nicht einfach um und nehme ihm die hohe Priorität, die er oftmals inne hat? Gute Idee! Wie? Nun ich beginne ein anspruchsvolles Projekt mit meinem Sohn und fröne einer meiner Herzensthemen: den Lego- bzw. Klemmbausteinen. Damit ich nicht in Details und Unmachbarkeitsthemen untergehe ist der Hauptanspruch neben guten Bautechniken und tollem Aussehen: die Bespielbarkeit, denn was nützt die Noppensteikreation, wenn er nur in der Vitrine steht? Uns jedenfalls nicht viel: auf gehts auf die Kinderspielwiese!

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Alle 52 Minuten nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben. | Gott und die Welt | Reportage

Anschautipp #1: Web-Link (öffnet sich im neuen Tab)

von ARD Mediathek
veröffentlicht auf Youtube am 12.09.2016
Dieses Video ist auch Teil meiner eigenen Playlist: Suizid & Trauer in der Familie“

„Alle 52 Minuten nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben. Trotz dieser erschreckend hohen Zahl spricht kaum einer darüber: Suizid ist ein Tabuthema. Der Film begleitet Angehörige bei dem Versuch, Antworten auf die Fragen nach dem Warum des Suizids zu finden und mit ihren Gefühlen von Schuld, Trauer, Wut und Verzweiflung umgehen zu lernen – und sich dabei nicht aufzugeben.“

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Man kann Stress ausschalten, indem man die Umwelt anders betrachtet

Leseempfehlung #2: Web-Link (öffnet im neuen Tab)

von Jessica Wapner
veröffentlicht auf spektrum.de am 01.01.2021

„Wie bleibt man unter Stress gelassen? Der Neurobiologe Andrew Huberman von der Stanford University verrät im Interview zwei einfache Wege: den »Panoramablick« und das »physiologische Seufzen«.“

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Wenn die Welt still steht. (Teil 4)

Artwork von selcharan (https://www.instagram.com/selcharan/?hl=de)

Artwork von selcharan

Lieber Leser:innen, dieser Beitrag ist Teil 4 der Themenreihe Schienensuizid.
Der vorhergehende Beitrag ist folgender: Nachsorge und ein Thema das bleibt. (Teil 3)

Wenn sich die wunderbare Leichtigkeit des Seins in mir entfaltet, ich das Leben und den Moment spüre, ist mein Kopf viel ruhiger und gedämpfter als sonst. Es ist ein sonniger, fast wolkenloser Vorzeigesonntag im April, unerwartet warm, unbeschwert und voller Lachen. Freunde sind zu Besuch und unsere Kinder tollen lachend durch den Garten oder springen rufend auf dem Trampolin: „Papa, papa, guck mal was ich kann!“. Auch die Erwachsenen sind lustig und vergnügt: man unterhält sich, geniesst die Zeit, während man frotzelt, lacht und die gute Zeit schätzt. Die Nachmittagssonne wärmt uns auf und lässt den leicht kühlen Wind vergessen. Noch nie in meinem Leben lagen Leben und Tod auf mich einflussnehmend so nah beieinander, denn in diesem Moment verstirbt mein Bruder.

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Kinofreude pur bei einem Job, der keine Arbeit war.

Die in mir tief verwurzelte Liebe zum Bewegtbild begann in meiner Kindheit, schlängelte sich wie ein abgerollter 35mm-Film durch meine Jugend und wurde in einem Nebenjob gefestigt, aus dem ich einige elementare Erfahrungen für mein späteres Leben mitnehmen konnte. Meine Erinnerungen an diese nachhaltig prägende Zeit sind immer noch so dicht und lebendig, dass mir jetzt, während ich schreibe, der Kopf übersprudelt von Bildern, Anekdoten und Gefühlen. Es gibt auf unseren Lebenswegen unzählige Momente, aber nur wenige echte Meilensteine. Meine Zeit im familiär geführten, traditionellen Familienkino aus meiner damaligen Heimat gehört definitiv zu den markantesten Eckpunkten meines Lebens.

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Nachsorge und ein Thema das bleibt. (Teil 3)

Liebe Leser:innen, dieser Beitrag ist Teil 3 der Themenreihe Schienensuizid.
Der vorhergehende Beitrag ist folgender: Echos – wenn es immer wieder kommt.

Nach einem Personenunfall (PU) im Bahnverkehr besteht für Lokführer im Regelfall die Möglichkeit ein Nachsorge- und Betreuungsangebot in Anspruch zu nehmen. Dies variiert in Art und Umfang je nach Arbeitgeber und dessen Kooperationsportfolio – manches Eisenbahnverkehrsunternehmen bietet seinen Mitarbeitern gar selbst Hilfsangebote an oder hat entsprechend geschultes Personal inhouse. Trotz vieler guter Nachsorge-Möglichkeiten und der wachsenden Erkenntnis in der Eisenbahnbranche, dass es lange nicht mehr sinnvoll ist, einen Lokführer nach einem PU oder anderem schlimmen Ereignis weiterfahren zu lassen, gibt es leider immer noch zu oft die Meinung, dass psychotherapeutische Betreuung nicht nötig wäre – aus verschiedenen Gründen.

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Wenn Ratschläge sich zu Erkenntnissen wandeln.

Leider habe ich zu spät damit begonnen, Feedback anderer Mitmenschen offen und aktiv einzufordern. Ich war einfach nicht bereit für die Wahrnehmung Anderer und deren Meinung über mich, mein Verhalten, meine Ansichten und besonders meine Fehler. Man merkt seinen Mitmenschen sofort an, ob sie empfänglich für ein offenes und ehrliches Wort sind (oder eben nicht) und damit hat meine Umwelt einfach auf die Art reagiert, die ich an den Tag gelegt habe. Die späte Erkenntnis hieraus: ich habe mich dadurch jahrelang um meine eigene Weiterentwicklung gebracht.

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